Erfahrungen

Manchmal kostet es Überwindung, den ersten Schritt zu machen.

Du hast Bedenken zu unserer Selbsthilfegruppe zu gehen?

Falls du dich im Moment fragst, warum du Bedenken hast, zu unserer Selbsthilfegruppe zu kommen, haben wir Erfahrungen von unseren Gruppenmitgliedern gesammelt.

Wir wissen, dass es  Situationen gibt, in denen konkrete Entscheidungen sehr schwer fallen. Es gibt Tage, an denen man sich am liebsten zu Hause verkriechen würde, weil es einem so schlecht geht. Darum wünschen wir dir, dass du die richtige Entscheidung für dich treffen kannst. Wir würden uns jedenfalls freuen, dich kennen zu lernen.

Erfahrungsbericht

„Ich gehe seit mehr als 2 Jahren zur Bipolar Selbsthilfegruppe in Karlsruhe. Bevor ich das erste Mal die Gruppe besuchte, traten die Symptome der Krankheit bei mir in voller Wucht erst seit 4 Monaten auf. Während meiner Hochphase (die sogenannte Manie) habe ich Freunde respektlos behandelt, zu viel Geld ausgegeben und auf meiner Arbeitsstelle Chaos verbreitet. Erst in meiner depressiven Episode realisierte ich, was ich angestellt hatte und stand vor dem Scherbenhaufen meiner Aktionen. Ich realisierte, dass irgendwas nicht mit mir stimmte. In manchen Phasen hatte ich Power ohne Ende und wollte oder besser konnte vor lauter Tatendrang nicht einmal schlafen. Und an anderen Tagen schaffte ich es gerade so für eine Stunde aus dem Bett.

Als ich mich dann durchringen konnte, das erste Mal an einer Gruppenstunde teilzunehmen, ging es mir unheimlich schlecht. Ich weiß nicht wie, aber ich habe es geschafft mich aufzuraffen und dorthin zu gehen. Zu sehen, dass ich nicht alleine bin mit dieser Gefühlsachterbahn und Ratschläge von Erfahrenen Bipolaren zu erhalten, gab mir Mut. Seitdem habe ich mir mit vielen kleinen Schritten wieder einen fast stabilen Alltag aufgebaut. Die Gruppe gibt mir bei jedem Besuch Kraft, weiter an mir zu arbeiten. Hier kann ich meine Ängste und Erfahrungen bedenkenlos teilen. Denn trotz meiner guten psychologischen und ärztlichen Betreuung oder auch dem Reden im familären Umfeld, treffe ich in der Gruppe auf Menschen, die anscheinend als einzige wissen, wie man sich wirklich fühlt. Das tut gut.“

(H., 25 Jahre)